Sherlock
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vom 01.07.2014

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Begeisterte im Museumshof des Andreasstiftes: Die Aufführung des Stücks „Sherlocks tiefrote Gedanken“ mit Christian Hammer (links) als Sherlock Holmes.
Foto: photoagenten /Alessandro Balzarin

Sherlocks tiefrote Gedanken

Von Ulrike Schäfer

AUFFÜHRUNG Freilichttheater im Museumshof / Über 50 Darsteller auf der Bühne

WORMS - Die Sanierungsmaßnahmen im Andreasstift mit Gerüsten, Planen und Raumbeschränkungen stellten Theaterleiterin Kirsten Zeiser und ihre Truppe in diesem Jahr vor besondere Herausforderungen, doch fand das Theater im Museumshof dennoch statt. Das honorierte auch Petrus, der entgegen aller Prognosen die himmlischen Schleusen bei der Premiere am Samstag geschlossen hielt.

Dabei hätte ein bisschen Nieselregen die Authentizität des Stücks durchaus erhöht, denn dieses Mal hatte sich das Ensemble dem berühmtesten Detektiv aller Zeiten, Sherlock Holmes, und seinem treuen Gehilfen Dr. John Watson zugewendet. Grundlage war die Neuverfilmung von Arthur Conan Doyles Geschichten, von Kirsten Zeiser in bewährter Weise den Erfordernissen ihres Ensembles angepasst.

Die ganz große Stärke des Freilichttheaters im Museumshof ist die geschickte Gliederung des Spielorts und der Handlung durch lebendige Gruppen. Gleich zu Beginn des Stücks sind sie alle auf Londons Straßen unterwegs, das Nachrichten-Team CN 24 mit den sich ewig streitenden Ansagern und ihrem überforderten Chef; die Bewohner der Baker Street, Sherlocks Vermieterin Mrs. Hudson, die nichts auf ihn kommen lässt, ihre geschwätzige Nachbarin Mrs. Turner und die scheinbar harmlose Blumenverkäuferin Ginger; die Familie Miller, die vergeblich auf den Vater wartet, die kichernde Mädchenclique, die verlotterte Bande, die Sherlock Holmes so manchen Tipp gibt, und nicht zuletzt die zahlreichen Mitarbeiter von Scotland-Yard inklusive der Forensik.

Kleine Dialoge fügen sich rasch wie Puzzleteilchen zu einem bunten Bild, in dem zunächst der aus dem Afghanistan-Krieg heimgekehrte Dr. Watson (sehr sympathisch: Jani Mavigök) ins Licht gerückt wird und schließlich auch – mit Spannung erwartet – Sherlock Holmes. Christian Hammer spielt den eigenwilligen „Soziopathen“, der jede Kleinigkeit seiner Umgebung wahrnimmt und in Sekundenschnelle seine Schlussfolgerungen zieht, mit genau der Überheblichkeit und Getriebenheit, wie man es von ihm erwartet.

Tatsächlich scheint ihm weniger das Schicksal der Opfer zu interessieren als die kranke Psyche des Serienmörders. Der arme Watson, der selten wirklich Einblick in „Sherlocks tiefrote Gedanken“ – so auch der Titel des Kriminaltheaters – bekommt, sondern sich meistens mit knappen Anweisungen und unerklärlichen Verhaltensweisen zufrieden geben muss, hat es nicht leicht, zumal ihn die Polizei nachdrücklich vor Sherlock warnt und auch Sherlocks Bruder Mycroft (wunderbar snobistisch: Philipp Köhler) ihm mit seltsamen Ansinnen nachstellt.

Wie immer hat sich die Regisseurin viele charakteristische kleine Genreszenen und hübsche Details einfallen lassen, die bei der Premiere am Samstagabend für große Heiterkeit sorgten, und das Ganze auch in einen ansprechenden musikalischen Rahmen gebettet. Der Applaus für die tolle Leistung von Regie und den über 50 Darstellern fiel deshalb wie gewohnt sehr lebhaft aus. Wer die Fernseh-Serie nicht kennt, hatte allerdings bei der Lösung des Falls einige Nüsse zu knacken. Letzten Endes aber wurde der Drahtzieher des Bösen dann doch ruchbar.

Wer es ist, soll an dieser Stelle nicht verraten werden, schließlich folgen am kommenden Wochenende noch drei weitere Aufführungen, die man nicht versäumen sollte.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 10. Juli 2014 um 13:50 Uhr
 
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vom 24.06.2014

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Bis zur Premiere am Samstag muss der Text sitzen – hier proben gerade Christian Hammer als Sherlock Holmes und Nina Kehr als Molly im Kreuzgang des Andreasstifts.
FOTO: BALZARIN

54 Schauspieler imGewühl

VON CHRISTIAN MAYER

Wormser Theater imMuseumshof inszeniert „Sherlock Holmes’ tiefrote Gedanken“

Der Innenhof des städtischenMuseums im Andreasstift verwandelt sich gerade in das London des frühen 20. Jahrhunderts: Sherlock Holmes steht in dieser Spielzeit auf dem Programm der Freilichttheatergruppe um Kirsten Zeiser. Wenige Tage vor der Premiere am Samstag probt das 54-köpfige Ensemble aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eifrig.

Seit über zehn Jahren spielt das Theater im Museumshof, das die Theaterpädagogin Zeiser ins Leben gerufen hat, im ehemaligen Kreuzgang. Beim Probenbesuch sieht alles noch recht provisorisch aus; für die aufwendige Sanierung des alten Gebäudes sind Gerüste aufgebaut. Sie werden auch noch bei der Premiere stehen. Trotzdem hat sich Zeiser nicht dazu überreden lassen wollen, ihren klassischen Spielort zu verlassen – und bezieht die Baustelle kurzerhand in die Inszenierungmit ein.

„Very british“ wirkt das, was Zeiser mit ihrem Team geschaffen hat. So ziert ein großes Banner die Bauzäune und schafft mit einfachen Mitteln ein Fernsehstudio, von dem aus die Akteure die wichtigsten Nachrichten aus London verkünden. Ein anderes Baustellen- Teil ist verdeckt mit einem britischen Taxischild. Und vor der Außenfassade der Andreaskirche steht ein Kiosk mit britischen Zeitungen und Zeitschriften.

Vor dieser Kulisse untersucht der Meisterdetektiv zwei scheinbare Selbstmorde. Der Stoff: „Sherlock Holmes’ tiefrote Gedanken“. Für echte Sherlock-Fans: Die Originalvorlage von Sir Arthur Conan Doyle heißt „Eine Studie in Scharlachrot“ und ist das erste Buch, in dem er seinen schrulligen Detektiv auftreten lässt. Er erzählt auch davon, wie sich Sherlock Holmes und sein Assistent Dr.Watson kennenlernen. Das Theater im Museumshof spielt eine moderne und frei bearbeitete Version der Geschichte, die sich an aktuellen Bearbeitungen orientiert.

Heute treffen sich die Darsteller zur ersten Durchlauf-Probe auf dem großen Platz vor der Kirche, gerade machen sie ihre Aufwärmübungen. „Toi toi toi“ wünschen sie sich, dann geht’s los. „Wer seinen Text nicht weiß, lauscht bitte der Barbara“, stellt Kirsten Zeiser den Akteuren die Souffleuse vor. Es geht konzentriert zur Sache. Glockengeläut soll die Szene einläuten; der Ton liegt aber noch nicht vor. Ein bisschen Improvisation gehört eben bei den Proben dazu.

Die Bühnenpodeste sind bisher nur angedeutet. Dieses Mal spielt das Ensemblemit der Andreaskirche im Rücken – die Bühne ist also genau entgegengesetzt zu Shakespeares „Sommernachtstraum“ im vergangenen Jahr ausgerichtet. Die beiden Tribünen stehen nebeneinander ab dem Brunnen in der Mitte des Innenhofs.

Menschenmassen kommen von allen Seiten rein – schon im ersten Bild präsentiert sich das 54-köpfige Ensemble zur Gänze. Das Gewühl beeindruckt natürlich ungemein im großen Museumshof. Melancholische Musik erklingt, die abrupt abbricht – „kein Problem, lass den Titel einfach noch einmal durchlaufen“, bittet Zeiser die engagierte Crew, die sich um Licht, Ton und sonstige Technik kümmert.

Noch sitzt nicht jeder Einsatz perfekt, noch ist die Musik nicht im Detail auf jedes Stichwort abgestimmt – aber es lässt sich durchaus schon erahnen, was da entsteht. Die Fernsehnachrichten im ersten Bild ebnen den Weg für einen spannenden Kriminalfall: Zwei scheinbar identische Selbstmorde lassen London aufhorchen. Mehr darf jetzt natürlich noch nicht verraten werden – nur die Akteurewissen, wie der Fall ausgeht.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 26. Juni 2014 um 13:28 Uhr
 
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vom 23.06.2014

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Sie proben mit großer Leidenschaft im eingerüsteten Andreasstift: Christian Hammer als Detektiv Sherlock Holmes (l.) und Nina Kehr als Molly Hooper.
Foto: photoagenten /Alessandro Balzarin

Krimi-Schocker in alten Mauern

Von Kathrin Holstein

THEATER IM MUSEUMSHOF Kirsten Zeiser erarbeitet mit ihrer Truppe neues Stück / Premiere am 28. Juni

WORMS - Dem Museumshof im Andreasstift stehen düstere Zeiten bevor: Von Intrigen, Morden und von Rache wird er nicht verschont bleiben. Grund dafür ist die bevorstehende Aufführung des neuen Stückes von Regisseurin Kirsten Zeiser. Schon lange hat die Regisseurin mit dem Gedanken gespielt, beim „Theater im Museumshof“ einen Krimi zwischen den alten Mauern des Hofes zu inszenieren. In diesem Jahr ist es schließlich soweit: Das Ensemble hat sich an den Stoff des bekannten Krimiautors Sir Arthur Conan Doyle herangewagt. „Sherlock Holmes’ tiefrote Gedanken“ lautet der vielversprechende Titel (im Original: „Eine Studie in Scharlachrot“).

Nichts für schwache Nerven

So viel sei vorab verraten: Das Stück ist nichts für schwache Nerven. Sowohl eingefleischte Sherlock-Holmes-Fans als auch absolute Neulinge sind mit einem Besuch der Aufführung gut beraten, denn der vorgestellte Fall stellt den Auftakt der gemeinsamen Ermittlungen von Sherlock Holmes und seinem Komplizen Dr. Watson dar.

Die Proben laufen momentan auf Hochtouren, denn in nicht einmal einer Woche steht schon die große Premiere bevor. Stolze 54 Darsteller aller Altersgruppen umfasst das Ensemble, darunter sind auch einige neue Gesichter. Die Größe des Ensembles war jedoch nicht die einzige Herausforderung. Vielmehr erwiesen sich die Bauarbeiten am Dach des Museums im Andreasstift als großes Hindernis. „Wir mussten aufpassen, sonst hätte es durch herunterfallende Ziegel tatsächlich noch Tote gegeben, aber dank des Einsatzes von Herrn Gallé durften wir trotzdem hier spielen“, scherzt Kirsten Zeiser. Trotz der Einschränkungen läuft das Stück inzwischen aber schon sehr flüssig.

Neben dem Titel hat die Theatergruppe auch inhaltlich einige Veränderungen vorgenommen: Das Ensemble hat der ein wenig staubigen Originalfassung des Detektiv-Klassikers den Rücken gekehrt und sich von diversen Neuverfilmungen inspirieren lassen. Daneben flossen auch zahlreiche eigene Gedanken in die Produktion mit ein: „Es ist mir sehr wichtig, dass jeder seine Rolle und seinen Text nach eigenen Vorlieben variieren kann. Statt stupide Phrasen auswendig zu lernen, können die Schauspieler so in ihre Rolle hineinwachsen. Nur so wird das Stück spürbar und erlebbar. Das gibt uns das Gefühl, dass es unser Stück ist“, erläutert die Regisseurin Kirsten Zeiser.

Als Dummchen überzeugen

Gerade diese Freiheit wird von den Darstellern sehr geschätzt: „Man kann seiner Rolle eine sehr persönliche Note verleihen. Viele Dialoge sind erst beim Proben entstanden. Das ist sehr entgegenkommend und ermöglicht viel Flexibilität“, erklärt Lotta Christiansen. Obwohl sie in München studiert, ist sie dem Ensemble treu geblieben und konnte trotz Studiums eine kleine Rolle übernehmen. Ihre Schauspielkollegin Nina Kehr ist noch nicht ganz so lange dabei und hat nun erstmals eine der Hauptrollen ergattert: „Ich spiele Molly Hooper. Molly ist leicht naiv, aber auch ein wenig verbittert, grenzenlos in Sherlock verliebt und vor allem sehr penetrant. Sie ist das absolute Gegenteil von mir“.

Gerade das empfindet die Schülerin jedoch als großen Reiz: „Das Dummchen überzeugend zu spielen, ohne dass es zu komödienhaft wirkt, ist schon eine große Herausforderung,“ berichtet Nina. „Aber ich bin stolz, dass es geklappt hat.“

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 26. Juni 2014 um 13:00 Uhr
 
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vom 16.06.2014

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Die erste Probe von „Sherlock Holmes tiefrote Gedanken“ war von Sonne und Regen begleitet.
Foto: Theater im Museumshof

Wormser „Theater im Museumshof“ bereitet sich auf Krimiaufführung vor

WORMS - (red). Die Darsteller sind vor Ort, der Kartenvorverkauf ist angelaufen, alles bereitet sich beim „Theater im Museumshof“ auf fünf Aufführungen der Produktion 2014 unter der Leitung von Kirsten Zeiser vor. Premiere von „Sherlock Holmes tiefrote Gedanken“ ist am Samstag, 28. Juni. Weitere Aufführungen finden am Sonntag, 29. Juni, sowie am 4., 5. und 6. Juli, jeweils um 18 Uhr statt.

In dieser Woche trafen sich die 50 Darsteller des generationenübergreifenden Ensembles der Wormser Freilichtbühne zu ihrer ersten Probe im historischen Innenhof des Museums, wo die Aufführungen trotz Baustelle im neunten Jahr stattfinden können. Von Sonne und Regen begleitet, ging es durch die erste Probe. „Es geht vor allem um die Wege – zu kapieren, von wo man auftritt“, erklärt Regisseurin Kirsten Zeiser, die nach der Probe trotz der anstrengenden Arbeit sehr zufrieden war. Spannend wird es in diesem Jahr nicht nur wegen der Freiluftaufführung mit dem Wetter-Risiko, sondern vor allem aufgrund des Krimi-Stoffs, ist die Regisseurin sicher.

Karten für die moderne und frei bearbeitete Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle gibt es im vergünstigten Vorverkauf beim Toto-Lotto Neef am Neumarkt.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 26. Juni 2014 um 13:00 Uhr
 


 

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