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vom 17.06.2008

Das "Gauklermärchen" ist bereits das dritte Stück, das das "Theater im Museumshof" aufführt. Nach "Momo" und der "Roten Zora" ist dieses Mal wieder ein Stück von Michael Ende dran.

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Spielszene aus dem Gauklermärchen. Das Geschehen ist eingebettet in eine Rahmenhandlung.
Foto: Niepötter / mp

Von Christine Dirigo

Verwandelte Artisten erleben Abenteuer

Noch eine Stunde vor der Aufführung herrschte bei Kirsten Zeiser und ihrer Truppe Aufregung pur. Es fehlte ein Stehtisch für den Hof, das ein oder andere Utensil war nicht am richtigen Platz, die Maske leistete Akkordarbeit und sogar der ein oder andere Schauspieler und Helfer war noch nicht eingetroffen. Regisseurin Kirsten Zeiser behielt trotz des Chaos´ im Hof des Andreasstifts den Überblick und vor allem die Ruhe. Höflich, aber bestimmt gab sie die letzten Anweisungen, verteilte offene Aufgaben und kümmerte sich um alle Probleme, die bis zum Eintreffen der Zuschauer und zum Beginn der Aufführung zu lösen waren.
"Das Stück passt sehr gut zu Worms. Es kommen Industrie und Schausteller drin vor, beides lässt sich auch hier in der Stadt finden", so die Regisseurin. Rund 40 Leute sind vor und hinter der Bühne an den Aufführungen beteiligt und alle Altersstufen zwischen zehn und 60 sind vertreten. Viele der jungen Leute sind schon über die Jahre dabei und es zeigt sich, wer einmal Theaterluft geschnuppert hat, ist von dem Virus infiziert. Auch Helfer für die Arbeit hinter den Kulissen zu finden, ist kein Problem.
Aber alle müssen mit anpacken, damit die Aufführungen tatsächlich auf die Bühne gebracht werden. "Das ist aber auch gut so, denn nur so wächst man zusammen und wird eine richtige Gemeinschaft", meinte Kirsten Zeiser. Gemeinsam bibbern alle, dass das Wetter hält, denn die Stimmung bei den Vorführungen steht und fällt mit einem trockenen Himmel. Für alle Fälle liegen Regencapes bereit.
"Da fängt man fast noch einmal von vorne an", berichtete die Regisseurin. Bis der Vorhang zur Uraufführung aufging, waren die letzten Problemchen gelöst und die Aufregung hatte sich bis zum natürlichen Lampenfieber gelegt. Die Zuschauer konnten mitverfolgen, wie Jojo, der Clown, mit dem Industriekonzern verhandelt, auf dessen Gelände der Zirkus lagerte. Die bunte Artistentruppe hat keine gute Ausgangslage, denn sie ist pleite. Sie können für den Konzern auf Werbetour gehen, so das Angebot. Allerdings müssten sie dafür Eli zurücklassen. Das geistig behinderte Kind haben sie vor Jahren gerettet, als sie es nach einem Chemieunfall einer Fabrik eben dieses Konzerns dort fanden.
Alle haben Eli besonders ins Herz geschlossen und es ist klar, dass es eine der schwersten Entscheidungen sein wird, die die Truppe je hat treffen müssen. Doch in der Nacht davor erzählt Jojo ein Märchen, in dem alle Artisten in verwandelter Gestalt mitspielen und ein großes Abenteuer erleben. Im Märchen gibt es ein Happy End, aber wie wird es in der Realität ausgehen?

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 15. November 2009 um 15:20 Uhr
 

 

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